Abschlussveranstaltung: Fleiner Geschichte(n) im alten Rathaus
Bericht von Horst Münzing, Fleiner Nachrichten
Wie bei allen voran gegangen Terminen herrschte auch bei der Abschlussveranstaltung der Reihe „Fleiner Geschichte/n im alten Rathaus“, am 24. Februar dichtes Gedränge, sämtliche zur Verfügung stehenden Sitzmöglichkeiten waren belegt.
Was ist das Erfolgsrezept dieser beliebten Veranstaltung?
Peter Wanner versteht es wie kein anderer, Geschichte mit Leben zu füllen und anschaulich zu machen. Er durchdringt das Dickicht von historischen Protokollen, Jahrbüchern, und Sammlungen, interpretiert historische Ansichten, Pläne und Zeichnungen und übersetzt sie in die heutige Zeit. Dabei entziffert er scheinbar mühelos mittelalterliche, für uns unleserliche Schriften und erklärt die Bedeutung von ausgestorbenen Begriffen. Alte Maße, Gewichte, Währungen, Längenmaße aber auch Berufsbezeichnungen und Titel werden in ihrem historischen Umfeld erläutert und Bezüge zur Gegenwart hergestellt.
Mit seinem umfangreichen Hintergrundwissen als Historiker verbunden mit seinen Fleiner Wurzeln sorgt er dafür, dass eine Stunde Lokalgeschichte wie im Flug vergeht.
Ausgehend von tagesaktuellen Bezügen zeigt er den jeweiligen geschichtlichen Hintergrund auf, denn nur wer die Vergangenheit kennt, versteht die Gegenwart.
Nach der Devise „Geschichte liegt überall herum, man muss nur darauf achten“ bringt Peter Wanner selbst Steine zum Sprechen.
Kein Wunder, dass der Abschluss der diesjährigen Geschichtsabende mit viel Applaus und anerkennenden Worten der Zuhörerschaft bedacht wurde.
Wir freuen uns schon jetzt auf das nächste Winterhalbjahr.
Café Naseweis geöffnet
Sonntag, 9. Februar 2025, ab 14 h, Felsenhaus in der Ilsfelder Straße, Bericht von Gerd Bergmann, Fleiner Nachrichten
„Der Kuchen ist gegessen!“
Mit dieser saloppen Redensart kommentiert man es umgangssprachlich oft, wenn man sich eingestehen muss, etwas verpasst zu haben.
Wer es versäumt hat, am vergangenen Sonntag, dem 9. Februar, noch einmal die besondere Atmosphäre des Café Naseweis zu genießen und sich am gewohnt opulenten Kuchen- und Tortenbuffet nebst frisch gebrühtem Kaffee (oder auch einem Gläschen Rotwein - Rotkäppchens Großmutter hat das schließlich auch so gehalten) zu bedienen, bevor diese Traditionsveranstaltung des Heimatvereins in die Sommerpause geht, dem müssen wir das leider so bestätigen. Der Kuchen ist gegessen!
Jedenfalls bis im November die neue Saison eröffnet wird.
Tatsächlich feierte die Einladung zum „Café Naseweis“ die der Heimatverein den Fleiner Bürgerinnen und Bürgern (und gerne auch über die Grenzen hinaus) in jedem Winterhalbjahr macht, in diesem Jahr ihr 20-jähriges Jubiläum! Am 9. Januar 2005 fand die Erstausgabe davon in den Räumen des Felsenhauses statt.
Von der Wertschätzung und Beliebtheit dieses Klassikers konnte sich jeder überzeugen, der am Sonntag, dem 9. Februar, dabei war. Um 14 Uhr öffnete sich die Tür zum Felsenhaus und schon zwanzig Minuten später hatte eine gesellige Runde alle Plätze des Hauses erobert. Darunter nicht nur Stammgäste, die vielleicht schon zu den Premierebesuchern gehörten, sondern auch, und das freut uns ganz besonders, viele begeisterte neue Gesichter, junge Familien, die uns zeigen, dass dieses Angebot immer noch gerne angenommen wird. (Auch wenn man es nicht als „Pop-up-coffeeshop“ anpreist.) Bis 17 Uhr saß man wieder gemütlich beieinander, bis es dann auch im wörtlichen Sinne wahr wurde: Der Kuchen war gegessen.
Aber natürlich bleibt der Heimatverein durch so viel positive Resonanz motiviert, auch in der kommenden Wintersaison 25/26 das
Café Naseweis in seine 21. Saison zu führen.
Freuen Sie sich darauf!
Januar 2025: Schulkinder im Felsenhaus
Bericht von Gerd Bergmann, Fleiner Nachrichten
„So eines stand bei meiner Oma ….“, oder „Als Kind haben wir damit ….“,
das sind häufige Bemerkungen, die man hört, wenn Besuchergruppen, etwa bei Café Naseweis, oder bei Kärwe Meets Business durch das Felsenhaus gehen. In der letzten Januarwoche allerdings erfüllten Besuchergruppen mit einem wesentlich niedrigeren Altersdurchschnitt als bei den oben genannten Anlässen das Felsenhaus mit neugieriger Geschäftigkeit.
An drei Tagen informierten sich die dritten Klassen der Fleiner Grundschule über die Lebensumstände in einem bürgerlichen Wohnhaus in der Zeit Ihrer Urgroßeltern und früher. Entsprechend anders fielen die Kommentare zu den bestaunten Exponaten aus. „Krass“ war einer der ersten Kommentare nach einem Blick ins Interieur des Felsenhauses.
Sie lernten die baulichen Besonderheiten des Felsenhauses kennen, bekamen Einsicht in die zumindest teilweise Notwendigkeit der Selbstversorgung mit dem Nötigsten, indem man ein Stück Land bebaute, Vieh hielt und auch sonst viele Dinge des Bedarfs selbst herstellte. Sie lernten heute selten gewordene Handwerke und die zugehörigen Handwerkszeuge kennen, auch solche, die man in Einheit von Wohnen und Arbeiten betrieben hat, wie zum Beispiel die des Schneiders oder Schusters, und auch womit man in einer Zeit vor Streamingdiensten, Fernsehen, Radio und Videospielen die – allerdings ohnehin sehr geringe – Freizeit verbracht hat. Ganz besonderes Interesse fanden natürlich die Utensilien aus der Schule vor 100 Jahren. Die Erfahrung, wie es ist, einmal mit einem dieser dünnen Schiefergriffel auf einer Schiefertafel zu schreiben, wollten alle machen. Darüber hinaus lösten ganz besonders die Objekte Erstaunen und Interesse aus, die zeigten, wie man auch schon in einer Zeit vor der Elektrifizierung der Haushalte Musik hören konnte (Grammophon – „Aufzieh-CD-Spieler), Bilder projizieren (Laterna Magica – „Petroleum-Beamer“) oder die genaue Zeit zur Verfügung hatte (minutengenau laufende 200 Jahre alte Schwarzwalduhr). Krass!
Beim Abschied danach gefragt, behaupteten dann alle Schülerinnen und Schüler durchaus überzeugend mit lauter Stimme, es hätte ihnen Spaß gemacht.
Das macht uns Hoffnung, dass wir in Zukunft regelmäßig wieder Schulkinder durch unser Felsenhaus führen dürfen, für die ein häusliches Umfeld, wie das, welches das Felsenhaus repräsentiert, bereits etwas geradezu „Exotisches“ ist.
Auf jeden Fall aber krass.